Wohnen 2035: zentral und digital

Analyse & Konzepte/InWIS (2018), GdW Wohntrends 2035
Analyse & Konzepte/InWIS (2018), GdW Wohntrends 2035

Ob schnelles Internet, WLAN oder Heimvernetzung – die Digitalisierung des Wohnens schreitet mit hohem Tempo voran und sorgt dafür, dass die Anforderungen von Mietern und Eigentümern immer vielfältiger werden. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der GdW-Studie „Wohntrends 2035“, für welche die Forschungsinstitute Analyse & Konzepte und InWIS rund 3.000 Personen über 18 Jahren befragt haben.

Die Ansprüche der Deutschen steigen nicht nur hinsichtlich der technischen Ausstattung: Die Wunschwohnung ist groß, gut aufgeteilt und zentral gelegen. Arbeitsplatz, Freunde, Kindergarten und Kulturangebote – all das sollte in wenigen Minuten erreichbar sein. Doch in der Realität klaffen Wunsch und Wirklichkeit häufig auseinander. Denn die Immobilienpreise in den Ballungszentren sind in den letzten Jahren weiter geklettert und für einen großen Teil der Menschen kaum noch erschwinglich. Zwar entwickeln sich auch die Bruttolöhne der Arbeitnehmer im Durchschnitt nach oben. Doch der Wohlstand verteilt sich ungleichmäßig. Von 2009 bis 2016 hat sich das Armutsrisiko in Deutschland von 14,6 auf 15,7 Prozent erhöht. Gleichzeitig altert die Gesellschaft trotz Zuwanderung: 2030 wird rund ein Viertel der Menschen in Deutschland über 65 Jahre alt sein.

Wohnraum für alle

Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das, dass sie die Bedürfnisse ganz unterschiedlicher Gruppen bedienen muss: Auf der einen Seite die Gutverdiener, deren Ansprüche an Modernität, Qualität, technische Ausstattung sowie Service- und Dienstleistungsangebote rund um das Wohnen weiterhin steigen. Auf der anderen Seite diejenigen, die nur über eine geringe Kaufkraft verfügen. Dazu zählen vor allem Haushalte mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende und Seniorenhaushalte.

Hinzu kommt, dass die Lebensmodelle der Menschen vielseitiger werden und sich dementsprechend sowohl die Wohnformen als auch -wünsche weiter ausdifferenzieren: Zwischennutzung, Wohnen auf Zeit, Mikrowohnungen, Tiny Houses und Serviceapartments, aber auch die barrierearme Ausgestaltung des Wohnens spielen eine immer wichtigere Rolle. Hier können neue Technologien wie Building Information Modeling (BIM) Wohnungsunternehmen helfen, den zunehmenden Anforderungen an Grundrisse und Raumaufteilung zu begegnen.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Auch in anderen Bereichen können Wohnungsunternehmen die voranschreitende Digitalisierung für sich nutzen. Beim digitalen Vermietungsprozess etwa helfen die Vielzahl der Informationen und deren Verknüpfung dabei, die Wünsche zukünftiger Mieter mit der passenden Nachbarschaft zusammenzubringen – ein Aspekt, der hinsichtlich der notwendigen Integration verschiedener Lebensformen heute immer wichtiger wird. Auch die Onlinekommunikation mit dem Kunden per App und Chatbot wird schon bald der Normalfall sein. Experten gehen davon aus, dass 90 Prozent der Anliegen künftig rund um die Uhr bearbeitet werden. Für Mieter wird der Kundenservice somit zeit- und ortsunabhängig, Wohnungsunternehmen verschlanken ihre Prozesse.

„Die Anforderungen an den Vermieter der Zukunft steigen mit der fortschreitenden Digitalisierung weiter“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft GdW. „Um die Chancen bestmöglich zu nutzen und den Risiken wirkungsvoll vorzubeugen, brauchen die Wohnungsunternehmen zügig ganzheitliche Digitalisierungsperspektiven. Für die Entwicklung unternehmensweiter digitaler Strategien macht sich die Wohnungswirtschaft stark.“ Auch das Competence Center Wohnungswirtschaft unterstützt Vermieter, Verwalter und Wohnungsunternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung. „Wir bieten unseren Kunden eine individuelle Digitalisierungsberatung an, um daraus einen speziell auf die Kundenbedürfnisse ausgerichteten Maßnahmenplan zu entwickeln“, erklärt Johannes Jansen, Leiter des Competence Centers Wohnungswirtschaft. „Auch bei der späteren Umsetzung der Maßnahmen bieten unsere Experten professionelle Unterstützung.“

Eine Kurzversion der Studie „Wohntrends 2035“ finden Sie hier zum Download:
https://web.gdw.de/uploads/pdf/Pressemeldungen/Kurzfassung_Wohntrends_2035.pdf

Alle wichtigen Grafiken zur Studie finden Sie hier zum Download:
https://web.gdw.de/uploads/pdf/Pressemeldungen/Praesentation_GdW_PK_Tag_der_Wohnungswirtschaft_Wohntrends_2035.pdf

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https://www.die-naechsten-10-jahre.de/blog/digitalisierungsberatung-wohnungswirtschaft